„Pankower Gespräch“ am 1. November 2010

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Das Foto zeigt den Vorsitzenden des Vereins „Für Pankow“ e.V., Michael Engler, bei der Eröffnung des Pankower Gesprächsabends mit Prof. Dr. Jutta Limbach und Carola von Braun.

Der bekannte Publizist und Historiker MICHAEL MC CULLEN hat obige Veranstaltung („Pankower Gespräch“ am 1. November 2010 mit Jutta Limbach) kommentiert:

Pankower Gespräche

VON MICHAEL MC CULLEN, HISTORIKER

Zum 1. November hatte der Verein „Für Pankow“ e.V. in den Festsaal des Schlosses Schönhausen zu einem „Pankower Gespräch“ eingeladen mit der ehemaligen Berliner Justizsenatorin, ersten Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und ehemaligen Präsidentin des Goethe-Instituts, Prof. Dr. Jutta Limbach, und der ehemaligen FDP-Fraktionsvorsitzenden im Berliner Abgeordnetenhaus, Carola von Braun (Nichte des Raketentechnikers Wernher von Braun, Enkelin der Widerstandskämpferin Hildegard Margis), über das Thema „Pankow – eine fragwürdige Herkunft?“ zu diskutieren.

Grund: Frau Limbachs Vater Erich Rybeck (SPD) war nach dem Kriege erster Bürgermeister in Pankow bis 1948. Zwei Jahre nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED.

Sie hat in Heinersdorf einen Teil ihrer Kindheit verbracht.

Hier ist die 1934 in Berlin-Neukölln Geborene zur Schule gegangen.

Gleich zu Beginn der angenehm kurzweiligen Unterhaltung mit Carola von Braun präzisierte Frau Limbach sehr humorvoll das Thema: Nicht „fragwürdig“ sollte eine Pankower Herkunft sein, sondern „die Frage diskussionswert“ – schließlich wusste jeder im Raum, dass der Bezirk Pankow Wohnort der DDR-Nomenklatura war.

Frau Limbach machte klar, dass sie auf ihre sozialdemokratisch geprägte Herkunft mächtig stolz war. Schon ihre Großmutter, Elfriede Staegemann, saß für die SPD in der Weimarer Nationalversammlung und im ersten Reichstag nach dem Weltkrieg. Sie ist sozialdemokratisches Urgestein.

Nach einer Diskussion, die unter anderem Fragen zum Prozess gegen Honecker berührte und ebenso zu ihrer Mitgliedschaft im „Magi-Senat“, schloss der Abend mit dem Wunsch vieler Zuhörer, sie möchten mehr mit Frau Limbach diskutieren und mehr über sie wissen.

Es war jedenfalls sichtbar, dass die Frage „Pankow – eine fragwürdige Herkunft?“ keineswegs negativ beantwortet wurde, dass es nicht ihre Kindheit in Pankow war, die sie so prägte, wie die Atmosphäre eines sozialdemokratischen Haushaltes.

Pankow hat bei ihr keine bleibenden Schäden hinterlassen.

Im Gegenteil.

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