Die vierte Saison der „Schönhauser Lesungen“ hat begonnen

Gelegentlicher Treffen in den Räumen der Bundesakademie für Sicherheitspolitik werden die beiden zivilen Damen, die Vertreterinnen des Vereins FÜR PANKOW e.V. und des Kulturring in Berlin e.V. immer mal wieder gefragt, wie sie denn in diese Runden kämen. Wird dann erzählt, dass der Verein FÜR PANKOW e.V. mit dafür steht, dass das Schloss jetzt saniert wird und der Kulturring dafür sorgte, vor das zur BAKS gehörende „Haus Berlin“ die Gedenktafel zum Zentralen Runden Tisch und den Zwei-plus-vier-Verhandlungen aufzustellen, und beide Vereine gemeinsam seit längerem die „Schönhauser Lesungen“ organisieren, gibt es ein herzliches Willkommen und viel gemeinsamen Gesprächsstoff. So mancher Akademieteilnehmer sowie viele Pankower haben während der vergangenen drei Winterhalbjahre an den Veranstaltungen mit unterschiedlichsten Inhalten teilgenommen.

Schönhauser Lesungen

Session 2008/09

Die diesjährige Saison wurde mit einem Abend zu Bertolt Brecht eingeleitet, der in den ersten Nachkriegsjahren gemeinsam mit seiner Frau Helene Weigel in einer kleinen Stadtvilla am Weißen See wohnte.

Lesung am 23.10.2008
Gerda Zschiedrich,
Leben Liebe und Arbeit als Einheit bei Brecht oder zu viele Frauen um ein Genie?

 

Ein Abend ganz Schönhausen war die Lesung von Caroline Philips aus ihrem Buch „Friederike von Preußen – leidenschaftliche Schwester der Königin Luise“. Man glaubte nach dem Abend eine bis dahin unbekannte Freundin in Pankow entdeckt zu haben. Weitaus gegenwärtiger dagegen war die Veranstaltung, in der Klaus-Dieter Schütt aus seiner Biografie über Regine Hildebrandt vortrug. Im großen, historischen  Saal des Hauses Berlin reichten die Stühle kaum aus, als Frau Oechelhäuser mit schauspielerischer Verve über ihre Kabarett-Vergangenheit parlierte.

Schönhauser Lesungen

Session 2005/06

 

Lesung 20.01.2006
Klaus-Dieter Schütt
liest aus seinem Buch
Regine Hildebrandt – Ich seh doch, was hier los ist

Viel Nachdenkenswertes boten die beiden Abende, in denen das Thema Flucht und Vertreibung nach großen Kriegen des vergangenen Jahrhunderts im Mittelpunkt stand. Besonders erschütternd war es, von der Vertreibungsgeschichte der Pankower Bürgerin Eva-Maria Stege zu hören, die selbst auch anwesend war.

An die jüngste Vergangenheit des bis 1989 geteilten Deutschlands erinnerten zwei junge Frauen, die im Wechsel aus ihren Tagebüchern vorlasen, die sie als Teenager geführt hatten. Authentischer kann eine Beschreibung der unterschiedlichen Lebensumwelten in Ost und West gar nicht sein, als sich in diesen Texten zeigte. Es gab viel zu schmunzeln an dem Abend, denn jeder der Anwesenden hatte die vergangenen 45 Jahre hüben oder drüben auf seine Weise erlebt.

Schönhauser Lesungen

Session 2005/06

 

Session 2005/06
Lesung am 14.10.2005
Jenny Schon
1. Lesung aus dem Buch “Der Graben”

Nicht immer waren alle Plätze im Saal „Rosenburg“ besetzt, mancher Abend hatte intimeren Charakter, doch immer standen Themen oder Buchtitel im Mittelpunkt, die entweder unmittelbar mit dem Ort, der Region Pankow zu tun hatten, sich mit der deutschen Wiedervereinigung beschäftigten oder das neue große Europa in Gegenwart und Vergangenheit behandelten. So war das von Beginn an zwischen der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und den mitveranstaltenden Vereinen verabredet. Und mit diesen Inhalten werden weitere Veranstaltungen folgen, zu denen nicht nur die Pankower herzlich eingeladen sind.

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